
Saliva Lab Trier: Melatonin – mehr als nur ein Schlafhormon
Die Bildung des Neurohormons Melatonin ist für einen gesunden Schlafrhythmus äußerst wichtig, denn es hilft den circadianen Rhythmus zu regulieren. Die Melatonin-Produktion wird durch Licht gehemmt und bei Dunkelheit zugelassen. Ungefähr 2 Stunden vor der üblichen Schlafenszeit beginnt die Melatonin-Sekretion durch die Epiphyse. Die Werte steigen bis zur höchsten Konzentration des Schlafhormons in der Nacht zwischen 02:00 und 04:00 Uhr an, bevor sie auf das niedrigere Tagesniveau absinken. Wird die Melatonin-Ausschüttung gehemmt, kann es zu Störungen des circadianen Rhythmus und damit zu Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen sowie zu Übermüdung und Gereiztheit kommen. Im Alter sinkt der Melatonin-Spiegel von Natur aus ab, aber auch Koffein und künstliches Licht (besonders von Bildschirmen) hemmen die Melatonin-Freisetzung. Schlafmangel beeinflusst nicht nur die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Betroffenen, es kann auch zu gesundheitlichen Folgen kommen. Neben Bluthochdruck und chronischen Kopfschmerzen kann das Immunsystem geschwächt werden. Denn Melatonin ist auch ein wichtiger Helfer in der Abwehr von freien Radikalen und reguliert die Aktivität und Expression von bestimmten Antioxidantien.
Eine Speichelanalyse bringt schnell und einfach Klarheit über den körpereigenen Melatonin-Spiegel, so dass bei einem Hormonmangel oder bei einer Verschiebung in der Tagesrhythmik eine sinnvolle Therapie angesetzt werden kann.
Melatonin und DLMO: Die Initialisierung der Melatonin-Produktion wird als „Dim Light Melatonin Onset“, kurz DLMO, bezeichnet. Es ist der Zeitpunkt, an welchem das zirkulierende Melatonin über einen bestimmten Schwellenwert, bezogen auf das niedrige Tagesniveau, ansteigt (Abb. 1). Die Bestimmung der DLMO gilt als der Goldstandard, um den Melatonin-Spiegel bestimmen und Störungen des circadianen Rhythmus aufdecken zu können. Die Probenentnahme beginnt 3 bis 4 Stunden vor der üblichen Schlafenszeit (diese sollte anhand eines Tagebuchs bestimmt werden), umfasst mehrere Speichelproben in 30- oder 60-minütigem Abstand und endet 2 Stunden nach der gewöhnlichen Schlafenszeit (Abb. 3). Anhand der DLMO können Störungen der Schlafphasen (vorgezogene oder verzögerte Phase, Abb. 2) leicht aufgezeigt werden, so dass die optimale Zeit für Therapieansätze bestimmt werden kann.
Folgende Abbildungen wurden von Salimetrics, USA zur Verfügung gestellt. Falls Sie weitere Informationen oder wissenschaftliche Literatur dazu wünschen, sprechen Sie gerne unsere Laborleitung an.

